Seiten Titel: Christliches Leitbild
| Ein täglicher WegweiserDas Leitbild der Caritas Hamburg – Wohnen & Soziale Dienstleistungen GmbH fördert die Gemeinschaft der Menschen, die in unseren Einrichtungen leben, zuhause betreut werden oder bei uns zu Gast sind. |
Der Sturm auf hoher See” (Markus 4, 35-41) ist Spiegel und Brille, in dem oder durch die wir unser caritatives Handeln grundsätzlich sehen und verstehen wollen. Wir haben über den Bibeltext und unsere Arbeit nachgedacht und das Leitbild als Mitarbeiterinnen formuliert.
Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn.
Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?
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Wir verstehen und erleben unseren Glauben als Vertrauen auf das Geborgen- und Geachtetsein aller Menschen. Es zeigt sich in Jesus. Sein Schlaf symbolisiert das sichtbare Bewusstsein tiefer innerer Kräfte, die aus dem Glauben erwachsen. Diese Kräfte helfen uns, Krisen zu ertragen und zu bewätigen und selbst den stärksten Bedrohungen und Ängsten standzuhalten. Wir brechen auf zu neuen Ufern, wenn wir uns individuellen Biographien und Lebensumständen, der Hinfälligkeit und der Ängste der uns anvertrauten Menschen stellen. Wir betreuen Menschen in Umbruchssituationen und suchen mit ihnen neue Perspektive für ihr Leben. Wir begleiten Menschen an ihren Grenzen im Vertrauen darauf, dass selbst die „letzte Fahrt” an ein neues Ufer führt.
Wir möchten auch in Stürmen des Lebens „schlafen” können, in der Gewissheit, dass wir in Gottes Hand geborgen sind. Unsere Erfahrung und unser Gottvertrauen wollen wir den Menschen, mit denen wir leben und arbeiten, weitergeben. Dabei verschließen wir uns nicht der Spannung zwischen Glaube und Unglaube, zwischen Vertrauen und Zweifeln, die auch bei den Jüngeren aufkommen. Glauben und Vertrauen machen uns nicht blind für die stürmischen Bewegungen des Lebens.
Unsere Arbeit ist geprägt von der Zuversicht, in Gott geborgen zu sein. In dieser vertrauensvollen Atmosphäre gedeiht eine gute Zusammenarbeit. Menschliche Nähe, Zugewandtheit und gegenseitige Wert-
schätzung werden in unserem Umgang miteinander deutlich.
Erschöpfung, Verzweiflung, Ratlosigkeit, Angst und Resignation setzen wir die uns tragende Zuversicht entgegen. Jede Krise ist auch eine Aufbruchsituation und birgt Chancen für die Menschen, die sie durchleben. Aufzubrechen, Chancen zu suchen, zu finden und zu nutzen ist Ziel unseres professionellen Handelns.
Wir sind unterwegs zu neuen Ufern. Menschen zu begleiten, bedeutet für uns, ihnen Hilfestellung zur aktiven Gestaltung ihres Lebens zu geben, eigene Lebensziele zu finden bzw. wiederzufinden, sowie Höhen und Tiefen ihrer eigenen Lebensgeschichte anzunehmen. Begleitung bedeutet auch, Sterbende nicht allein zu lassen und sie in ihrer Hoffnung auf Erlösung zu bestärken.
Im Vertrauen auf Jesus Christus und vor dem Hintergrund unserer professionellen Arbeit setzen wir uns neue Ziele und wenden neue Methoden an. Das neue Ufer symbolisiert die Qualität der unzähligen einzelnen Kontakte und Begegnungen mit Menschen. Die Spannung von Ich und Du gestalten wir in unbedingter Achtung des Anderen und sind zuversichtlich, dass sie sowohl dem Ich als auch dem Du wertvolle neue Erfahrungen ermöglicht.
Wie Jesus mit den Jüngern sitzen wir alle – auch mit den Angehörigen, Freiwilligen und Ehrenamtlichen, die sich in unseren Einrichtungen engagieren – in einem Boot. Als Mannschaft sind wir aufeinander angewiesen. Wichtig ist, dass jeder sein Handwerk versteht und seine Aufgabe professionell erfüllt. Das bedeutet für uns als Profis im Bereich sozialer Dienstleistungen auch, Grenzen zu erkennen und auszuhalten, Kompetenzen zu organisieren, aber auch vertrauensvoll loszulassen.
Wir verstehen unsere Arbeit als Dienst für die Menschen, den wir im Auftrag Jesu Christi und der katholischen Kirche leisten. Wir bekennen uns als Christen, hoffen, dass in unserem Handeln das Wirken des Geistes Gottes sichtbar wird und verkünden so das Evangelium.
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